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Donnerstag, 26 September 2013 18:25

Möhrenernte 2013

Möhren, Möhren und noch mehr Möhren...

es sind jetzt schon ein paar Tage her, dass einige von uns, genauer sechs mutige MitgärtnerInnen, aufs Feld gingen und das leckere Wurzelgemüse aus dem Boden holten. Jetzt habe ich wieder die Kraft, diese Worte auf die Tastatur meines Laptops einzuklopfen, denn der mächtige Möhrenmuskelkater, der meinen ganzen Körper befiel,  klingt langsam ab. Das war eine nachhaltige Erfahrung, Muskeln zu spüren, deren Existenz mir vorher gar nicht bewusst war.

Doch von vorne. Das vorher vielfach angekündigte Großevent mit Emailerinnerung und Doodle Zusageoption und Einladung auf dieser Seite mobilisierte ganze sechs Personen, davon drei neue MitgärtnerInnen.

Das ist schon eine namentliche Nennung wert:   Sarah, Stephani, Katinka, Alistair, Gerd und ich und natürlich unsere Profigärtner Kerstin, Andreas und Malte.

Kurz nach 10 Uhr trafen wir uns auf dem Hof, wie immer mit einer, in Fahrgemeinschaften organisierten Anreise, mit Stiefeln, Handschuhen und frohem Mut ausgestattet ging es dann direkt aufs Feld.  Das Wetter war  genau richtig. Kein Regen, ein paar Minuten Niesel, aber der sollte sogleich auf unseren warm gearbeiteten Körpern verdampfen.

Während Andreas und Malte das zur Ernte stehende Beet mit dem Traktor und einem, am Kraftheber befestigten Querbalken die Möhren bei langsamer Fahrt unterschnitten, indem der Balken ca 30 cm abgelassen in den Boden unter die Möhren drang, erklärte uns Kerstin den kommenden Arbeitsablauf. Das war eigentlich ganz einfach.

Jeder erhielt einen Eimer, bücken, die Möhren am Schopfe aus dem gelockerten Boden ziehen, das Grün abbrechen, die Erde abstreifen, die Qualität begutachten und die guten ins Töpfchen und die schlechten in den Sorte B Eimer. Ja den gab es auch. Ich dachte bisher, es gäbe keine B Ware. Geirrt, gab es schon, die Knabberstellen der irdischen Mitgenießer waren ein solches Kriterium. Eigentlich Verschwendung, diese Möhren nicht zu verwerten. Ebenso kamen die Möhren mit den absonderlichsten Wuchsformen auch in den B Eimer. Aber bei unserer Ernte wurde nichts verschwendet. Die B Ware kam ebenso wie die A Ware in einen Sack und wurden gekennzeichnet....

Ja, dann begann die Ernte, erst einmal drauf los, geguckt, wie es Kerstin macht und dann den eigenen Rhythmus suchen und finden. Die Eimer füllten sich schnell, einer hielt den Sack auf der andere schüttete die Möhren rein. Kerstin konnte das alleine, einfach den vollen Eimer zwischen die Oberschenkel einklemmen, mit den Händen den Sack aufhalten und den Eimer durch nachlassen des Drucks in Richtung Sacköffnung kippen lassen. Schwupp waren die Möhren im Sack. Ich habe es nachgemacht...

Bei der nun einsetzenden Routine ging es mir darum, die beste, permataugliche Arbeitsmethode zu finden, also mit wenig Arbeit den besten Erfolg erzielen. Die standardmäßige Körperhaltung im Stehen und Abwinkelung des Oberkörpers um 90 Grad, bis die Hände den Boden erreichten war nichts für mich. Ich befürchtete bei meiner Körperlänge von 198 cm dabei in der Mitte durchzubrechen...

Ich kam gut mit der asiatischen Hockhaltung zurecht, die ich sogleich optimierte, indem ich durch eine leichte Verdrehung des Oberkörpers die Abstreifhaltung vereinfachte.  Zunächst trug ich noch Handschuhe, aber warum, um den Kontakt zu den zahlreichen Regenwürmern zu vermeiden, oder um nicht schmutzig zu werden ? Weg damit, die menschliche Hand ist ein wunderbares Werkzeug und der direkte Kontakt zur weichen Erde und den vielfältigen Formen der Möhren ist durch nichts zu ersetzen.  Ja, es war eine Ackerei, die anfänglichen munteren Drauflos-Gespräche verstummten dann auch langsam.  Nach einer Stunde gab es dann eine Pause mit frisch gebackenen Pflaumenkuchen, den Kerstin auftischte. Der war lecker und stärkte uns für die nächste Stunde. Die Säcke füllten sich, gegen Ende der Aktion hatten wir dann ein Beet mit zwei Reihen auf einer Länge von ca 50 Metern abgeerntet und etwa 500 Kg eingesackt. Nach 2,5 Stunden waren dann die Säcke im Kühlhaus verstaut. Diese Menge reicht dann für 5-6 Lieferungen an die Mitglieder der solidarischen Landwirtschaft.  Wir waren dabei, ein gutes Gefühl....

Übrigens, die B Ware wurde aufgeteilt und den Rest bekamen die Esel und Pferde von Helgard. Es kam also nichts um. Eine gute Sache. 

Einen schönen Abschluß fanden wir dann noch bei mir auf der Gartenterasse, wo wir uns dann noch einmal gemeinsam ausruhen und über die Welt und das Leben sinnieren konnten.

Wunderbar.

Jeder der nicht dabei war, hat etwas verpasst. Solidarische Gemeinschaft.

Bis bald

Werner

 

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Freitag, 20 September 2013 15:44

Über den Tellerrand

Bericht über die SoLaWi Darmstadt

Heute, am Freitag den 20.9.13 gibt es um 21 Uhr in 3Sat im Magazin Makro einen Bericht über die  Solawi Darmstadt.  Ist bestimmt interessant....
Bis dann
Werner
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