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Dienstag, 19 August 2014 20:44

2. SoLaWi Regionalgruppe gegründet

2. SoLaWi Regionalgruppe gegründet

Der 17.8.2014 war ein schöner Tag auf dem Hof der gAstwerke bei Escherode. Jürgen und Petra, Mitglieder der 25 Personen umfassenden Gemeinschaft der gAstwerke und Gärtner der "Wurzelwerke", organisierten ein Treffen aller SoLaWi Gemeinschaften im Umkreis. Wir waren ca 20 Menschen aus den SoLaWi Gruppen in Witzenhausen-Freudental, Marburg, Kaufungen, Detmold, Vlotho, Heidelberg, Göttingen, Landolfshausen und Escherode die sich trafen und ganz nebenbei die zweite Reginalgruppe SoLaWi Mitte gründeten. Nach einer Begrüßung und Vorstellungsrunde sammelten wir Themen, die dann nach einem Hofrundgang in vier Gruppen bearbeitet wurden. Doch eins nach dem anderen. Der Hofrundgang über das Gelände, die Felder und durch die Gewächshäuser war ein echtes Erlebnis. Die Gärtner fachsimpelten, schrieben mit, tauschten Wissen und Erfahrungen aus, sprachen über historische Gartengeräte, die heute noch Anwendung finden, die teils im Originalzustand oder durch Tüftler neuen Erkenntnissen angepasst wurden. Über samenfestes Saatgut, wie auch Hybridpflanzen, Pflanzerde, Heizungen, Gewächshaussteuerungen, Gemüsesorten, Anbautechniken, Einsatz von Nützlingen gegen Schädlinge, Bewässerungssysteme und noch vieles mehr wurde lebendig gefachsimpelt. Ich war besonders angetan  von der Vielfalt an Tomaten, welche Jürgen in einem separaten kleinen Tunnel als Schaupflanzen zog. Probieren war erlaubt..... lecker, aber auch gewöhnungsbedürftig. Pfirsichtomaten mit Flaum, schwarze und gelbe Tomaten, riesige Fleischtomaten...  Auf dem Hof leben und arbeiten auch  einige Pferde mit bei der Bereitung der Felder, aber auch ein alter kleiner Deutz und ein ausgemachter Fendt verrichten die groben Dienste. Sogar der Nachwuchs sitzt schon auf dem Trecker, begleitet von noch kleineren Abenteuren auf den Seitensitzen. An den "Deutz" war ein "Saatgutverteiler" angeschlagen, der Samen von Senf, Buchweizen, Rotschwingel und eine Kleeart auf einen Acker einsäte. So viel frische Luft machte dann hungrig. In der Pause labten wir uns an den mitgebrachten Köstlichkeiten um danach die gesammelten Themen in vier Gruppen zu bearbeiten. Eine Gruppe hatte die verschiedenen Organisationsformen als Thema. Da gibt es zum einen den Gärtner mit seinem Betrieb, der direkt mit den Mitgärtnern den Jahresvertrag macht.  Eine andere Form ist, wenn die gesamte Organisation, Mitgärtnerverwaltung, Finanzen, Abholung und Außenwerbung von einem Verein übernommen wird. Das hat den Vorteil für den Gärtner, dass er sich voll auf seine Hauptaufgabe kümmern kann, dafür ist dann der Verein mit seinen formellen Aufgaben gefragt und die Mitgärtner als Mitglieder des Vereins haben dann die Strukturen mit Leben zu erfüllen. Noch eine andere Form ist es, wenn ein Verein als Arbeitgeber für die Gärtner auftritt. Hier sind dann alle rechtlichen, steuerlichen und versicherungstechnischen Anforderungen erst einmal zu erlernen. Die Berufsgenossenschaft fordert hier einiges an Vorkenntnis, z.B. einen Sicherheitsbeauftragen der seine Kenntnisse in einem Fernlehrgang nachweisen muss. Und da sind dann noch viele andere Vorschriften, die man alle kennen sollte, um nicht aus Nichtwissen irgendwann einmal vor einer Wand zu stehen. Es gibt für diese Themen eine gute Hilfe vom Netzwerk der Solidarischen Landwirtschaft  und natürlich den direkten Kontakt zu den einzelnen Höfen. Es war ein voller Erfolg, die verschiedenen Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig Mut und Vertrauen zu geben, weiter dieses nachhaltige Modell der Solidarischen Landwirtschaft weiterzutragen. Mittlerweile gibt es schon 60 SoLaWi Höfe in Deutschland. Tendenz: natürlich wachsend. Wir haben beschlossen, dieses Treffen einmal jährlich zu wiederholen. Dann auf einem anderen Hof.

 

 

 

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